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Naturschutzgebiet Lachte-Lutter

Die Lutter mit ihren Nebenbächen und die Lachte, die beide im östlichen Teil des Naturparks Südheide fließen, bilden mit insgesamt 2.435,3 Hektar, ein weit verzweigtes Fließgewässersystem, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Das Gebiet ist als naturnaher Bereich der Südheide für den Naturschutz von ganz besonderer Bedeutung. Nicht nur die Bäche selbst als Lebensraum von Fischen und Fischotter, sondern auch angrenzende Auen und Bruchwälder, Moore, Sümpfe und Quellbereiche in denen Vogelarten wie Schwarzstorch, Seeadler, Kranich, Eisvogel und seltene Fließgewässerlibellen, wie u. a. die vom Aussterben bedrohte Scharlachlibelle und der stark gefährdete Kleine Blaupfeil heimisch sind.

Über 160 gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben an und in diesen Heidebächen. Besonders bedeutsam ist hier eines der letzten Vorkommen der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera). Die stellen besonders hohe Ansprüche an die Qualität ihres Lebensraumes. Durch ein Naturschutzgroßprojekt wurden Erfolge bei der Erhaltung der Flussperlmuschel erzielt. Der Bestand verzeichnet hier, als einziger in ganz Europa, eine positive Entwicklung. In ersten Versuchen wurden 1985 in der Lutter gefangene Bachforellen mit Flussperlmuschel-Larven infiziert und in den Bach zurückgesetzt. Diese ersten Maßnahmen blieben allerdings zunächst ohne Erfolg. Die Ursache lag in der unnatürlich hohen Sandfracht der Lutter, was man allerdings erst später feststellte und im Rahmen des Naturschutzprojektes beseitigte. Die wissenschaftliche Begründung durch Buddensiek (1991) und die Bestätigung in der Praxis durch Abendroth (1993) brachte den Durchbruch. Im Jahr 2008 wurden wieder mehr als 12.000 Muscheln nachgewiesen (in den 1930er Jahren lebten in Lachte und Lutter noch etwa 50.000 Exemplare).

Das Bundesamt für Naturschutz, das Land Niedersachsen sowie die Landkreise Celle und Gifhorn förderten das Naturschutzgroßprojekt „Lutter“ von 1989 bis 2006 finanziell mit 16,5 Millionen Euro. Der Bund trug hierbei 75 %, das Land Niedersachsen 15% und die Landkreise Celle und Gifhorn 10 % der Kosten. An wichtigsten Maßnahmen wurden durchgeführt: •Ankauf fast sämtlicher Talauen , Nebenbäche und Moorgebiete aus denen Wasser in die Lutter gelangt, •Wiedervernässung der Moore , •Ausstattung der Gräben mit Sandfängen , •Kauf der Staurechte von Mühlenwehren und Abbau der Wehre, •Bau von Sohlgleiten an den noch vorhandenen Wehren. •Mühlenteiche werden nicht mehr abgelassen

Quelle des Textes: www.wikipedia.de

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